Keine Monstertrasse durch Bayern

Dennoch Kritik an Trassenvarianten von TenneT

„Eine der im Raum stehenden möglichen Trassenvarianten des SüdOstLinks (Wolmirstedt – Isar) tangiert den Landkreis Kulmbach am östlichen äußersten Rand. Doch ich halte diese Variante für nicht tragfähig, da unter anderem das Prinzip der Geradlinigkeit verlassen wird und so automatisch höhere Kosten entstehen“, kommentiert die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (Wahlkreis Kulmbach, Lichtenfels, Bamberg-Land) die Veröffentlichung der möglichen Trassenkorridore durch TenneT. „Es handelt sich hierbei um eine von verschiedenen Varianten und entscheidend ist vor allem die Zusage der hundertprozentigen Erdverkabelung. Das heißt die CSU hat sich durchgesetzt: Keine Monstertrasse durch Bayern!“
Zeulner betont, dass es bei den vorgelegten Alternativen mit einer Erdverkabelung zu deutlich weniger Betroffenheiten vor Ort kommen wird, als dies bei einer Freileitung in diesem Ausmaß der Fall wäre. „Die Angst, dass die Region von neuen „Monstertrassen“ durchschnitten wird, wurde zerschlagen.“
Doch auch den Einschnitt am Rande des Landkreises Kulmbachs im Bereich von Marktschorgast und Himmelkron will die Abgeordnete nicht so einfach hinnehmen. „Es gilt jetzt nochmals alle Argumente zu sammeln, die gegen diesen Verlauf sprechen und zu kämpfen.“ Besonders die gesetzlich vorgeschriebene Geradlinigkeit des Verlaufs muss in den Fokus der weiteren Diskussionen rücken: „Wir haben nicht umsonst im Gesetz die Geradlinigkeit festgeschrieben- dies dürfen die Netzbetreiber bei ihren Planungen nicht übergehen. Ziel war es weniger Betroffenheiten entlang der Trasse zu schaffen und unnötige Schwenker im Verlauf zu vermeiden. Hier geht es am Ende auch um die Kosten. Denn längere Leitungen bedeuten deutlich höhere Kosten.“
„Egal wie das Ergebnis über die Trassenvarianten ausgeht, so gilt es eine Forderung sehr deutlich mit dem Bau des SüdOstLinks zu verbinden: Dort wo Erdkabel verlegt werden, gilt es die Ressourcen zu nutzen und über Glasfaserkabel schnelle Datenautobahnen mit in die Planungen und den Bau einzubeziehen. Nur so kann unter Umständen ein Ausgleich für die Belastungen der Betroffenen vor Ort im Ansatz stattfinden und die Region von einer Verlegung der Kabel profitieren“, so die Abgeordnete.
Doch dies bedeutet keinesfalls, dass sich die Abgeordnete schon mit der Alternative abfinden möchte.
Der Zeitablauf sieht nun vor, dass bis Ende Oktober noch intensive Dialoge und Diskussionen zwischen TenneT und den Betroffenen und Politikern vor Ort über die Varianten erfolgen. Im Ersten Quartal 2017 sollen dann die abschließenden Trassenvarianten, die nach dieser Diskussion noch umsetzbar und zielführend erscheinen, bei der Bundesnetzagentur eingereicht werden. Diese startet im Anschluss die Antragskonferenz (Bundesfachplanung) und wird nach einem Jahr, das wieder durch direkte Kommunikation im Dialogverfahren mit der Öffentlichkeit geprägt sein wird, voraussichtlich im 2. Quartal 2018 den endgültigen von ihr vorgeschlagenen Verlauf bekanntgeben.
„Das bedeutet für uns: Wir haben noch ein Zeitfenster, in dem wir erst im Dialog mit TenneT und dann direkt mit der Bundesnetzagentur überzeugen müssen, warum die Variante am Rande des Landkreises Kulmbach nicht die wirtschaftlich und stromtechnisch Beste ist. Dafür werde ich den bereits sehr intensiven Austausch mit dem Landrat, den Bürgermeistern und den Mitbürgern vor Ort noch intensivieren. Es gilt unsere Argumente zu bündeln und dazulegen, warum ein Bau hier nicht tragfähig ist. Dafür kämpfen wir weiter geschlossen zusammen!“ so Zeulner abschließend.

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