Eine Lärmschutzwand, die nicht nur den Verkehrslärm mindert, sondern zugleich umweltfreundlichen Solarstrom erzeugt – diese Idee für Wiesengiech im Landkreis Bamberg wurde im Rahmen der Oberfranken-Tour des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, MdB Ulrich Lange, vorgestellt. Die zuständige Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Kulmbach, Lichtenfels, Bamberg-Land, Emmi Zeulner, besprach gemeinsam mit ihren Kollegen MdB Dr. Jonas Geissler, MdB Heiko Hain sowie dem Scheßlitzer Bürgermeister Roland Kauper und Frank Ruppenstein (CSU-Stadtrat) das innovative Vorhaben bei einem Vor-Ort-Termin in Wiesengiech.
Freiwilliger Lärmschutz erfordert kreative Lösungen
Die aktuelle Verkehrssituation an der A70 macht einen gesetzlichen Lärmschutz für Wiesengiech derzeit schwierig: Denn, obwohl die Auslösewerte für staatliche Lärmschutzmaßnahmen gesenkt wurden, müsste sich das Verkehrsaufkommen dort auf der A 70 mehr als verdoppeln, damit der Bund eine Lärmschutzwand finanziert. „Weil es hier um freiwilligen Lärmschutz geht, brauchen wir innovative Ansätze“, betont MdB Zeulner.
Pilotprojekt Aschaffenburg als Beispiel für Wiesengiech
In Aschaffenburg wurde im Oktober 2019 ein innovatives Pilotprojekt zur Kombination von Lärmschutz und Photovoltaik an der A3 realisiert. Dabei wurden an einer bestehenden Lärmschutzwand Elemente mit integrierten PV-Modulen verbaut, die sowohl Lärm reduzieren als auch Strom erzeugen. Dieses Vorhaben möchte MdB Zeulner nun als Modellprojekt für Wiesengiech vorschlagen.
Langjähriger Einsatz der Bürgerinnen und Bürger
Seit über 15 Jahren engagieren sich die Bewohnerinnen und Bewohner von Wiesengiech für einen besseren Schutz vor dem Lärm der Autobahn. Während auf der Nordseite der A70 bereits Lärmschutz besteht, fehlt dieser im Westen des Ortsteils. Frühere Pläne für alternative Schutzmaßnahmen scheiterten an Grundstücksverhandlungen.
Unterstützung aus Berlin erbeten. Die Abgeordnete Zeulner bedankte sich beim Parlamentarischen Staatssekretär für seinen Besuch in Wiesengiech und bittet um wohlwollende Prüfung in Berlin: „Dieses Projekt hat Modellcharakter für Oberfranken – ich hoffe sehr, dass die Idee in Berlin Unterstützung findet und umgesetzt werden kann. Ich danke dem Bürgermeister Roland Kauper, dem Stadtrat Frank Ruppenstein sowie dem Stadtrat und CSU-Ortsvorsitzenden Thomas Firnstein für das gute Miteinander und die tatkräftige Unterstützung vor Ort“, so Zeulner abschließend.