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Im Rahmen eines Besuchs in der zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis von Frau Dr. Sybille Auxel und Herrn Dr. Eckart Plötner in Ebensfeld konnte die heimische Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner wichtige Themen und Herausforderungen der Zahnmedizin direkt aus der Praxis heraus erfahren. So sieht Politik nah an der Heimat aus: Direkt in der Woche darauf nimmt MdB Emmi Zeulner (CSU) die „Aufträge“ aus Oberfranken mit nach Berlin, um Lösungen für die heimischen Anliegen zu finden. Eine Selbstverständlichkeit für die stellvertretende gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: „Die Themen, die ich im Wahlkreis erlebe, gehen direkt Hand in Hand mit der politischen Arbeit in Berlin. Nur durch diese enge Verzahnung können wir Lösungen entwickeln, die lokal und auch bundesweit die Versorgung langfristig sichern.“
Ein großes Thema hierbei war die Kinderzahngesundheit, die laut Dr. Sybille Auxel noch immer zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. „Das Signal, dass wir den Fokus bei unseren Kindern mehr auf die Zahngesundheit legen müssen, unterstützte ich nachdrücklich“, so die Gesundheitspolitikerin. „Das geht von der Erforschung der Ursachen, beispielsweise für das Phänomen der Kreidezähne – die immerhin fast jedes 7. Kind in Deutschland betreffen – bis hin zur Vorsorge in den Kitas und Schulen. Da müssen wir nochmal ran.“
Auch wurde in dem Gespräch vor Ort deutlich, wie wichtig es ist, die Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) als unverzichtbaren Teil des Teams weiter zu stärken und zu fördern. „Wir haben hier einen großen Schatz an Kompetenz und diesen müssen wir fördern und in der Verantwortlichkeit stärken. Es geht darum, die Ausbildung zu reformieren und zu verbessern und die berufliche Verantwortung besser zu definieren, um so die Versorgung vor Ort effizienter zu gestalten und die Zufriedenheit in den Teams zu steigern“, so Zeulner.
Doch auch Frau Dr. Auxel hatte ein konkretes Thema, das – wie sich später zeigte – auch bundesweit sehr aktuell ist: Die derzeit vorherrschenden Regelungslücken bei den Beschäftigungsverboten für Zahnärztinnen in der Stillzeit, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt sind. „Das Thema nehme ich gerne mit nach Berlin“, versprach Zeulner. Gesagt getan.
Wahlkreisprobleme auf dem Berliner Tisch
Vor Ort gehört und direkt in Berlin an entsprechender Stelle platziert: In einem intensiven Austausch mit Dr. Romy Ermler, Vizepräsidentin der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), hat sich Emmi Zeulner dann auch gleich in der Woche nach dem Gespräch vor Ort für praxisnahe und zukunftsweisende Lösungen in der Zahnmedizin stark gemacht. Da Zeulner auch Berichterstatterin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für den Bereich der Frauengesundheit ist, standen neben der Kinderzahngesundheit und der Sicherstellung der zahnärztlichen Versorgung im ländlichen Raum, insbesondere auch die frauenspezifischen Herausforderungen im Mittelpunkt des Gesprächs.
Frauengesundheit ernst nehmen – Beschäftigungsverbote praxisgerecht gestalten
Ein zentrales Thema war die im Wahlkreis vorgebrachte rechtliche Ausgestaltung von Beschäftigungsverboten für Zahnärztinnen in der Stillzeit. „Ziel muss es sein, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im medizinischen Bereich weiter zu verbessern. Hier brauchen wir eine praxisgerechtere und einheitliche Regelung, um die Arbeitsbedingungen für Zahnärztinnen zu verbessern und ihnen das Arbeiten, wenn sie mögen, auch während der Stillzeit zu ermöglichen“, fordert Zeulner. Ein Anliegen, das die Vizepräsidentin der Bundeszahnärztekammer unterstützt und das Zeulner im Gespräch mit den Bundesländern, nochmal vertiefen möchte, um Ansatzpunkte für eine einheitliche Regelung zu finden.
Zahnärztlicher Nachwuchs für den ländlichen Raum – mit neuen Wegen
Die Gewinnung von Nachwuchskräften für ländliche Regionen sei eine Herausforderung, die man derzeit in vielen Bereichen vor der Brust habe. „Sie bleibt einer der zentralen Bausteine für eine flächendeckende Versorgung in der Zukunft. Dabei möchte ich auch nochmal auf Bundes- und Landesebene das Thema einer Landzahnarztquote diskutieren“, so Zeulner, die die Landarztquote im hausärztlichen Bereich maßgeblich mit auf den Weg gebracht hat. „Doch wir müssen auch die Einführung einer Landeskinderquote im human- und zahnmedizinischen Bereich durchdenken“, fordert Zeulner. Das würde bedeutet, dass die Länder gesonderte zusätzliche Plätze für Studienanwärter aus dem eigenen Bundesland zur Verfügung stellen. „Das Ziel der Landeskinderquote ist es, dass diese angehenden Medizinerinnen und Mediziner dann auch in dem Bundesland verbleiben und die Struktur vor Ort stärken“, erläutert Zeulner.
Doch auch die stärkere Einbindung von (klein-)städtischen Praxen außerhalb der großen Unistandorte in die praktische Ausbildung von Studierenden könne dazu beitragen, frühzeitig Bindungen an ländliche Regionen aufzubauen und den Studierenden ausreichend Praxisunterricht zu ermöglichen. „Das wäre eine win-win-Situation für die Studierenden und für die Versorgung vor Ort“, so Zeulner. Dafür sind Weiterbildungsverbünde entscheidend, deshalb gelte es diese zu fördern.
Versorgung verbessern – mit Mobilität und mehr Kompetenz für ZFA
Innovative Versorgungsmodelle wie Dentalmobile wurden ebenfalls in dem Austausch thematisiert. „Sie können ein wertvoller Baustein sein – rechtlich müssen wir hier jedoch noch nachjustieren und es praxisgerechter gestalten“, so Zeulner. Besonders freue sie sich zudem über die Zusage einer gemeinsamen Initiative mit Dr. Ermler als Vertreterin der Bundeszahnärztekammer zur Stärkung zahnmedizinischer Fachangestellter: „Die Zusage, dass wir bei diesem wichtigen Thema gemeinsam eine Initiative starten wollen, bei der es gezielt um die Stärkung der Handlungskompetenzen der ZFA gehen soll, zeigt wie zukunftsgewandt die Kammer hier ist. Wir müssen klare Karrierepfade aufzeigen. Das bringt mehr Attraktivität und Zufriedenheit für und in dem Berufsfeld“, so Zeulner überzeugt.
Zahnärztliche Versorgung im Landkreis Lichtenfels auf der Agenda
Die zahnärztliche Versorgung vor Ort bleibt ein großes Thema. Daher plant die Abgeordnete im Herbst mit Landrat Christian Meißner und den heimischen Zahnärztinnen und Zahnärzten aus dem Landkreis Lichtenfels die Themen nochmal bei einem Runden Tisch zu besprechen, um sie dann entsprechend gemeinsam anzugehen. Denn es geht auch hier um eine flächendeckende und zukunftsfeste Versorgung im Landkreis Lichtenfels.