MdB Zeulner: „Forschung ist der Schlüssel zu neuen Erkenntnissen und damit zu Therapien und Heilung.“
Der Bund stellt von 2026 bis 2035 eine halbe Milliarde Euro für die Erforschung postinfektiöser Erkrankungen zur Verfügung. Auf diese „Nationale Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen“ (kurz NDPE) haben sich die Haushälter in der Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2026 geeinigt. „Wir setzen damit ein wichtiges Signal für die Menschen und ihre Angehörigen, die von ME/CFS, Long Covid, PostVac-Syndrom und anderen postviralen Erkrankungen betroffen sind: Wir sehen Sie!“, so die heimische Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU).
Postinfektiöse Erkrankungen sind verbunden mit enormen Einschränkungen in Alltag, Beruf und Sozialleben; ganz besonders Kindern und Jugendlichen nehmen sie die Chance auf eine unbeschwerte Kindheit. Zeulner kennt viele Schicksale aus persönlichen Gesprächen mit Menschen aus ihrem Wahlkreis.
Deshalb hat sie sich gemeinsam mit CDU und CSU im Bundestag bereits in der Vergangenheit für Forschungs- und Versorgungsverbesserung auf Bundesebene eingesetzt. Zeulner: „Mit der nun angestoßenen Dekade gehen wir diesen Weg konsequent weiter: Denn bisher fehlt weltweit dringend benötigtes Grundwissen zu diesen Erkrankungen. Wir wollen mit diesem Sonderforschungsprogramm deshalb an die Wurzeln der Erkrankungen, nämlich Ursachen und Prozesse besser bestehen. Diese Erkenntnisse ermöglichen dann zielgerichtet die Entwicklung von Diagnosemöglichkeiten und Therapien, die wir dringend brauchen, um wegzukommen von der Behandlung von Symptomen.“
Dazu ist zunächst die Entwicklung einer gemeinsame Forschungsagenda mit allen relevanten Partnern aus Wissenschaft, Forschung und Industrie vorgesehen, um gezielt die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowohl innerhalb der Wissenschaft als auch zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und industriellen Akteuren zu stärken. Forschungserkenntnisse sollen damit auch künftig schneller in der medizinischen Versorgung ankommen. Zudem wird durch gezielte Maßnahmen auch der wissenschaftliche Nachwuchs in Deutschland nachhaltig gestärkt. Für langfristige Forschung ist der Aufbau einer nationalen Daten- und Biobank-Infrastruktur vorgesehen, der sogenannten „Nationalen Kohorte PE“ (NAKO-PE).
Bei postinfektiösen Erkrankungen allein aber bleibt es nicht: „Bis 2029 erhöhen sich die Verpflichtungsermächtigungen im Bereich der Forschung um 11,5 Millionen Euro auf 30,8 Millionen Euro. Ein zentraler Forschungsschwerpunkt wird die Frauengesundheit sein. Ein starkes Zeichen für den Stellenwert des Themas“, freut sich Zeulner, die den Bereich als Berichterstatterin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion federführend vorantreibt. „Wir haben die Frauengesundheit im Koalitionsvertrag klar hervorgehoben und daher ist es nur schlüssig die Forschung mit mehr Mitteln auszustatten. Mit den zusätzlichen Mitteln schaffen wir die Grundlage, um die gesundheitlichen Bedürfnisse von Frauen in verschiedenen Lebensphasen und Lebensrealitäten – von jungen Frauen bis hin zu den Wechseljahren und darüber hinaus – gezielt zu erforschen. Insbesondere bei Erkrankungen wie Endometriose und Brustkrebs, aber auch bei der Prävention und Behandlung von gesundheitlichen Herausforderungen, die viele Frauen betreffen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir aus der Forschung konkrete, praxisorientierte Handlungsempfehlungen ableiten, die direkt in die Gesundheitsversorgung einfließen. So können wir sicherstellen, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse von heute bereits morgen zu einer besseren Versorgung und einer höheren Lebensqualität für Frauen führen.“
„Dieses Engagement zeigt, dass wir für eine bessere Gesundheitsversorgung und im Kampf gegen postinfektiöse Erkrankungen langfristig und zielgerichtete Strategien in der Forschung verfolgen, um Leid zu lindern und Heilungschancen endlich näher zu kommen – und Betroffenen eine Perspektive und Hoffnung auf ein normales Leben geben“, so Zeulner abschließend.
Hintergrund: Allein in Deutschland gehen Schätzungen davon aus, dass etwa 1,5 Millionen Menschen von postinfektiösen Erkrankungen wie Long/Post-COVID, ME/CFS oder dem PostVac-Syndrom unmittelbar betroffen sind. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Die jährlichen gesamtgesellschaftlichen Kosten werden auf bis zu mehr als 60 Milliarden Euro geschätzt.
Verpflichtungsermächtigungen werden im Haushalt genutzt, um sicherzustellen, dass langfristige Projekte auch über mehrere Jahre hinweg finanziell abgesichert sind. Sie ermöglicht es, bereits jetzt Verträge für zukünftige Jahre abzuschließen, auch wenn die Mittel noch nicht im jeweiligen Haushalt zur Verfügung stehen. In diesem Fall bedeutet die Erhöhung der Verpflichtungsermächtigungen um 11,5 Millionen Euro.